Autogramm-Sonogramm

Im Rahmen der Präsentation der letzten Neuerwerbungen und Leihgaben stellen Ralf Münz und Eckhard Kuchenbecker ihr Ausstellungsprojekt »Autogramm–Sonogramm«, im Schlossmuseum Aschaffenburg, vor.

Die Papierskulptur »Autogramm« wurde von Ralf Münz speziell für einen Saal des Schlossmuseums konzipiert und bildet eine Art »plastisches Schwingungsfeld« im Raum aus. Eckhard Kuchenbecker hat eigens dafür die Klanginstallation »Sonogramm« entwickelt, die auf verschiedene Aspekte der Raumplastik eingeht, wie z.B. Geräusche die entstehen beim Schreiben auf, oder Zerreißen von Papier.

Die Installation ist voraussichtlich bis Ende 2017 im städtischen Teil des Aschaffenburger Schlossmuseums während der regulären Öffnungszeiten zu sehen.

Im Raum ist Form die einer Schwingung gleicht. Der vorhandene Raumeindruck wird ergänzt durch akustische Elemente, die in Bezug zu der Skulptur »Autogramm« von Ralf Münz stehen. Das Entstehen der Form aus Papier und die menschliche Handschrift, das Schreiben, sind die Quelle für die Klanginstallation.

Die Bewegungen einer Hand, die einen Stift beim Signieren über das Papier führt, hinterlässt nicht nur eine individuelle sichtbare Spur. Der charakteristische Schwung beim Unterschreiben ist je nach verwendetem Stift und Material optisch und akustisch sehr unterschiedlich.

Die Signatur im Raum scheint erstarrte Bewegung zu sein und lebt doch bei jedem Positionswechsel des Betrachters. Unterschiedliche Deutungen der Form sind zugelassen. Zwischen den beiden Polen springt ein Funke über der im Moment seine Spur wie ein Nachbild auf der Netzhaut hinterlässt.

Die Bewegung der Form im Raum wird von bewegten Klangereignissen im Raum aufgegriffen. Nicht andauernd, Stille gehört mit zur Komposition und lenkt die Aufmerksamkeit auf die erst leisen Töne. Klänge schaffen eine zusätzliche Raumdimension unsichtbarer Spuren.

Alle akustischen Elemente der Raumklanginstallation sind entstanden durch Tonaufnahmen mit dem Werkstoff Papier. Charakteristische Arbeitsprozesse und Schreibgeräusche wurden im Atelier von Ralf Münz aufgenommen. Die Bearbeitung dieser Originalklänge und ihre kompositorische Anordnung zu einer Klangcollage schaffen den Bezug zu den inhaltlichen Themen der Skulptur.

Der Besucher im Raum sieht und hört. Die Lautsprecheranlage ist nahezu unsichtbar und trotzdem ist der Raum gefüllt mit Klang. Geräusche bewegen sich im Raum und schwingen zwischen den beiden Polen der Papiercollage.